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Montag, 19. November 2007

Fußball im Schnee

Es hat geschneit! Endlich! Naja, inzwischen ist der ganze Schnee dummerweise wieder weggetaut, aber ich hab Fotos, dass es hier schön weiß war. Damit ist auch die Dunkelheit etwas angenehmer und die Kälte macht deutlich mehr Spaß. Enttäuschend, dass sie nicht blieb. Aber die Temperaturen sinken bestimmt nochmal gut und dann gibt’s noch ein paar Meter Schnee. Ich sehe hoffnungsvoll in die Zukunft. Immerhin ist es noch so kalt, dass meine für 89 Cent das Kilo gekauften Bananen (ja, hier ist alles viel zu teuer – außer Bananen!) auf dem Heimweg vom Supermarkt schwarze Stellen bekamen, und die waren nicht durch Druck verursacht.

Am Samstag, als noch gut Schnee lag, haben wir ein Spiel der finnischen Nationalelf im Olympiastadtion besucht. Die Sitzplätze waren ziemlich gut, ein Spiel um die EM-Qualifikation (Finnland spielt in Gruppe A) und der Gegner war Aserbaidschan – was könnte da schon schiefgehen?

Na, zum Beispiel, dass die Leute den Ball praktisch ständig vorm aserbaidschanischen Tor hatten, aber sich nie trauten, mal draufzuschießen. Und wenn sie sich doch mal trauten, schossen sie direkt auf die Abwehrmauer, den Torwart oder die Latte. Das Spiel wirkte etwas unmotiviert. Die Aserbaidschaner hatten es noch viel weniger drauf, einzig das kunstvolle Hinfallen und Beinhalten beherrschten sie perfekt. Genauso perfekt standen sie dann auf, sobald die Bahre mitsamt Rettungssanitätern bei ihnen angekommen war, um sie ins Krankenhaus zu bringen, und spielten weiter, als sei nichts gewesen. Mit ihren Künsten in dem Bereich übertrumpften sie jeden Weltmeister.

Dennoch schafften sie es, ihre einzige Torchance im gesamten Spiel in der Mitte der zweiten Halbzeit umzuwandeln – der finnische Torwart gab sich Mühe, war aber wohl eingefroren, da es das erste Mal während des Spiels war, dass der Ball in die Nähe seines Kastens gekommen war. Und dann auch gleich rein. So ging Aserbaidschan Mitte der zweiten Halbzeit in Führung, nachdem die ganze Zeit so gar nichts passiert war. Schande!

Die finnische Mannschaft begann dann, sich etwas mehr Mühe zu geben. Wie schon zuvor hatten sie viele Chancen, jede Menge Torschüsse, aber das Runde wollte nicht wirklich ins Eckige. Zehn Minuten nach dem Gegentor schafften sie dann aber doch noch den Ausgleich. Kurz drauf dann auch noch der Führungstreffer für Finnland – da ging es schon auf die 90. Minute zu. Gefolgt vom großen Schrecken: Der Ball im finnischen Tor! Aber war Abseits.

Das Spiel ging zu Ende, ohne blamables Ergebnis. Die Leistung war aber doch arg durchwachsen. So schafft man es wohl nicht zur EM. Naja. Übermorgen ist das nächste Spiel. Natürlich saßen wir das ganze Spiel über im Kalten und die Zehen fühlten sich doch arg kalt an. Danach setzten wir uns noch ne Weile ins Warme, um wieder aufzutauen. Hat mir ne feine Erkältung beschert, das Spiel. Wenn ich am Mittwoch wieder zuschaue, dann drinnen an einem Fernseher.

Weiter gibt es noch zu berichten, dass meine Internetverbindung nicht will, wie ich wohl will. Die macht manchmal mit und dann wieder nicht. Das ist die geballte Inkompetenz zweier ehemaliger Staatsunternehmen und Monopolisten: Sonera aus Finnland und Telia aus Schweden, die zur TeliaSonera fusioniert sind, um mich noch besser durch die Verweigerung von Internetleistungen terrorisieren zu können. Die Hotline ist kostenlos, und so ist es auch gar nicht schlimm, dass man meistens über eine halbe Stunde in der Warteschleife hängt, bei unglaublich schlechter finnischer Musik. Und wenn einem die freundlichen Leute dann erzählen, dass sie einem nicht weiterhelfen, aber die Sache schon bei den Netzwerktechnikern ist und sie auch nicht wissen, warum das so lange dauert, dann hat man immerhin kein Geld dafür rausgeworfen.

Sonntag, 7. Oktober 2007

Debatten und Milch

Zunächst einmal möchte ich euch zeigen, wie hier die Biomilch aussieht. Wenn da so eine glückliche Kuh drauf ist, lässt sich auch gleich viel besser verkraften, dass sie doppelt so viel kostet wie in Deutschland. Eigentlich hab ich sie auch nur wegen der Kuh gekauft...

Daneben habe ich auch unglaublich gesunden Apfel-Guave-Saft gekauft. Laut Zutatenliste besteht der zu 95% aus Apfelsaft, zu 5% aus Guavensaft, zu 1,5% aus Sojaprotein und zu geringeren Anteilen aus anderen unglaublich gesunden Dingen (wie zum Beispiel Gefilus-Bakterien). Ich bin begeistert... mehr als 100% der Zutaten sind gesunde Dinge. Gut schmecken tut es jedenfalls.

Dienstags gibt es hier an der Uni die Treffen des Debattierklubs und ich hab mich mal hingewagt. Sehr interessant, muss ich schon sagen. Ich durfte eine Rede darüber halten, weshalb es der Presse erlaubt sein sollte, selbst die ekligsten Bilder aus dem Krieg zu zeigen, ohne jegliche Einschränkungen. Macht schon Spaß. Wenn man mitmacht, bekommt man ein Thema und eine Position vorgegeben, die man nach 15minütiger Vorbereitungszeit in einer fünf- oder siebenminütigen Rede erläutern und verteidigen muss - Zwischenfragen zugelassen. Da sind dann auch schonmal welche (unfreiwillig) für die Einführung von Prügelstrafen als Alternative zu Bußgeldern und kurzen Gefängnisaufenthalten. So ganz ernsthaft ist es nie, und das macht den Reiz dabei aus.

Donnerstag gab es eine Erasmusparty in einem Club. Ich bin brav zur Happy Hour hin, an der Garderobe vorbei, mit meiner Jacke rein, Bier für einen Euro gekauft. Schmeckte natürlich schrecklich. Der Ort war ganz geräumig, aber noch niemand da. Als einer der Türsteher mich sah, meinte er, ich müsse zur Garderobe gehen und meine Sachen abgeben (was übrigens 2 Euro kostet). Dann nahm er mir ohne weiteren Kommentar mein Bier weg und ging. Das sind vielleicht Sitten... Bin dann nicht zur Garderobe, sondern nach Hause. Glaube nicht, dass ich dort nochmal hingehe.

Übers Wetter sollte ich wohl auch noch berichten: Schrecklich. Grade scheint die Sonne, aber Wolken sehe ich trotzdem und vermutlich regnet es auch heute wieder. Wie jeden Tag. Warm ist es auch nicht grade. Ich warte sehnsüchtig auf Schnee und Eis, das ist weniger deprimierend als dieses ewig Diesige. Außerdem rutschen die Busse dann so lustig.