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Sonntag, 7. Oktober 2007

Debatten und Milch

Zunächst einmal möchte ich euch zeigen, wie hier die Biomilch aussieht. Wenn da so eine glückliche Kuh drauf ist, lässt sich auch gleich viel besser verkraften, dass sie doppelt so viel kostet wie in Deutschland. Eigentlich hab ich sie auch nur wegen der Kuh gekauft...

Daneben habe ich auch unglaublich gesunden Apfel-Guave-Saft gekauft. Laut Zutatenliste besteht der zu 95% aus Apfelsaft, zu 5% aus Guavensaft, zu 1,5% aus Sojaprotein und zu geringeren Anteilen aus anderen unglaublich gesunden Dingen (wie zum Beispiel Gefilus-Bakterien). Ich bin begeistert... mehr als 100% der Zutaten sind gesunde Dinge. Gut schmecken tut es jedenfalls.

Dienstags gibt es hier an der Uni die Treffen des Debattierklubs und ich hab mich mal hingewagt. Sehr interessant, muss ich schon sagen. Ich durfte eine Rede darüber halten, weshalb es der Presse erlaubt sein sollte, selbst die ekligsten Bilder aus dem Krieg zu zeigen, ohne jegliche Einschränkungen. Macht schon Spaß. Wenn man mitmacht, bekommt man ein Thema und eine Position vorgegeben, die man nach 15minütiger Vorbereitungszeit in einer fünf- oder siebenminütigen Rede erläutern und verteidigen muss - Zwischenfragen zugelassen. Da sind dann auch schonmal welche (unfreiwillig) für die Einführung von Prügelstrafen als Alternative zu Bußgeldern und kurzen Gefängnisaufenthalten. So ganz ernsthaft ist es nie, und das macht den Reiz dabei aus.

Donnerstag gab es eine Erasmusparty in einem Club. Ich bin brav zur Happy Hour hin, an der Garderobe vorbei, mit meiner Jacke rein, Bier für einen Euro gekauft. Schmeckte natürlich schrecklich. Der Ort war ganz geräumig, aber noch niemand da. Als einer der Türsteher mich sah, meinte er, ich müsse zur Garderobe gehen und meine Sachen abgeben (was übrigens 2 Euro kostet). Dann nahm er mir ohne weiteren Kommentar mein Bier weg und ging. Das sind vielleicht Sitten... Bin dann nicht zur Garderobe, sondern nach Hause. Glaube nicht, dass ich dort nochmal hingehe.

Übers Wetter sollte ich wohl auch noch berichten: Schrecklich. Grade scheint die Sonne, aber Wolken sehe ich trotzdem und vermutlich regnet es auch heute wieder. Wie jeden Tag. Warm ist es auch nicht grade. Ich warte sehnsüchtig auf Schnee und Eis, das ist weniger deprimierend als dieses ewig Diesige. Außerdem rutschen die Busse dann so lustig.

Mittwoch, 5. September 2007

Party! (und Vorlesungen)

Gestern war die ESN-Willkommensparty. ESN steht für "Erasmus Student Network". Das sind ein paar freundliche Leute, freundlich genug, um Parties zu organisieren. Für Erasmusstudenten und so. Mit kostenlosem Buffet (bezahlt von der Stadt) und allen Getränken für je 1 Euro. Bei dem Buffet waren natürlich auch Karjalan Piirakka und ich hab mich bedient. Jedenfalls war ich dort.

Und auch da war alles anders. Es gab keinen Pfand auf die Gläser, wenn man sich was zu trinken kaufte. So im Gegensatz zu Deutschland. Allerdings gingen im Gegensatz zu Deutschland auch keine Gläser kaputt. Und die ganze Zeit liefen Angestellte rum und sammelten die leeren Gläser ein. Noch dazu wurde nicht geraucht. So gar nicht. Ich kam nach Hause, ohne nach Nikotin zu stinken - welch angenehme Überraschung. Dann gab es noch eine Art Namensschilder, aber mit den Heimatländern. Ich hab meins nach etwa zwei Minuten verloren, war ich da traurig drum... Alles ziemlich anders als gewohnt also. Aber durchaus gut. Und irgendwie auch wieder alles sehr ähnlich. Tanzen tut man natürlich auch in Finnland.

Auf dem Hinweg durfte ich auch beobachten, was passiert, wenn jemand im Bus hinten einsteigt: Der Fahrer fängt an zu brüllen und läuft rot an. Ziemlich wirksame Maßnahme gegen Schwarzfahrer.

Gestern ging es für mich auch los mit den Vorlesungen. In Mathe ist es so, wie ich es kenne. Die Dozenten sind allerdings sogar noch ein Stück freundlicher und entgegenkommender. Die Zuhörer wirken vergleichsweise normal, nur ein bisschen freakig, wie sonst auch. Und es sind einige Frauen darunter. Eine Viertelstunde vor Schluss wurde ich irgendwie schläfrig und habe ein Lemma verpasst, das ich allerdings schon kannte. Auch die Infenvorlesungen fallen ins gewohnte Muster. Allerdings sind die Zuhörer wesentlich freakiger als ich es kenne. Nach einer halben Vorlesungsstunde begann ich schon eine selektive Wahrnehmung zu entwickeln, um den Vollnerd in der ersten Reihe auszublenden, der die ganze Zeit mit Kommentaren nervte, die er für intelligent hielt. Die Professorin dagegen hätte ich eher für eine Floristin oder Finnischdozentin gehalten, so normal wirkte sie. Und noch dazu war sie ausgesprochen freundlich und scheint es fachlich ganz ordentlich drauf zu haben. Alles irgendwie anders und irgendwie gleich.

Gespannt bin ich jetzt noch auf die Übungsgruppen nächste Woche. Hausübungen kriegen wir jetzt schon und die werden dann in den Gruppen besprochen. Mal sehen, wie das klappt. Ich berichte dann.